Die Vier Edlen Wahrheiten-

Erste Edle Wahrheit (dukkha)

Quelltext im Pali-Kanon: „Das (unerleuchtete) Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll: Geburt ist Leiden, Altern ist Leiden, Tod ist Leiden; Kummer, Lamentieren, Schmerz und Verzweiflung sind Leiden. Gesellschaft mit dem Ungeliebten ist Leiden, das Gewünschte nicht zu bekommen ist Leiden. Kurz, die fünf Aneignungen sind Leiden.“                                  Als ursprünglichen Leidensgrund führt ein Großteil buddhistischer Schulen das Nichtwissen an. Nichtwissen um die Verbundenheit aller Dinge führe zu falschen Wahrnehmungen und falschem Handeln, was nach den kausalen Gesetzen des Karma zu leidvollen Erfahrungen führe. Eine dieser falschen Wahrnehmungen ist die Identifikation eines Egos bzw. Selbst mit Gegenständen der materiellen Welt.

Zweite Edle Wahrheit (samudaya)

Quelltext im Pali-Kanon: „Die Ursachen des Leidens sind Begehren, Abneigung (negatives Begehren) und Unwissenheit (über die Natur des Leidens): Das Verlangen/Durst, – begleitet von Leidenschaft bzw. Wonne, genossen eben hier und eben da – nämlich das Verlangen nach Sinneslust, das Verlangen nach Werden, das Verlangen nach Nicht-Werden.“                                                                                                                                                                                                                 Die bekannteste und allgemeinverständlichste Definition wie man sie in zahlreichen Sanskrittexten findet, lautet wie folgt: „Es ist dieser „Durst“, der neues Dasein und Wiedergeburt erzeugt und mit leidenschaftlicher Gier verbunden ist, der hier und da sich ergötzt in Form von:

  1. Durst nach den Lüsten der sechs Sinne
  2. Durst nach Dasein und Werden
  3. Durst nach Nicht – Dasein, Selbstvernichtung

Dieser „Durst“, dieses Verlangen, Sucht, diese Gier offenbart sich in verschiedenster Weise und sind der ausschließliche Anlass für die Entstehung von dukkha und für die Fortdauer der Wesen. Tanha ist nicht die erste oder einzige Ursache der Entstehung von dukkha. Es ist aber die unmittelbarste. Der „Durst“ entsteht durch die falsche Vorstellung des Selbst, das aus Universen entspringt.

Der Durst schließt also hier nicht nur das Verlangen nach und Hängen an Vergnügen sowie Reichtum und Macht ein, es beinhaltet zusätzlich das Hängen an Vorstellungen und Idealen, Ansichten, Meinungen, Lehren, Begriffen, und Glaubensvorstellungen. Laut Buddha entsteht alle Unruhe und Streit auf dieser Welt durch persönliche kleine Zankereien in Familien bis zu großen Kriegen zwischen Völkern und Ländern und zwar nur aufgrund dieses selbstsüchtigen „Durstes“.

Dritte Edle Wahrheit (nirodha)

Quelltext im Pali-Kanon: „Durch das Erlöschen der Ursachen erlischt das Leiden: Das restlose Vergehen bzw. Enden, Abkehren, Abtreten, Aufgeben und Loslassen genau dieses Verlangens.“

Vierte Edle Wahrheit (magga)

Quelltext im Pali-Kanon: „Erlöschen des Begehrens (und damit des Leidens) ist möglich. Zu diesem Erwachen führt der „Edle Achtfache Pfad“: Rechte Sicht, rechte Entschlossenheit, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechter Lebensunterhalt/-erwerb, rechtes Bemühen, rechte Aufmerksamkeit/Achtsamkeit, rechte Konzentration.“

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